Geschichte

Rickenbach WappenGeschichteErsterwähnung Rickenbachs

Am 6. August 2004 jährte sich die erste Erwähnung Rickenbachs (früher „Richinbach“). Am besagten Tag war es 1250 Jahre her, seit der reiche alemannische Grundbesitzer Rotbald zu Henau eine namhafte Schenkung ans Kloster St. Gallen unter Abt Othmar vollzog und verurkunden liess.

Dorf- und Kirchengeschichte

Bereits zu Beginn des 9. Jahrhunderts stand in Rickenbach eine eigene Kirche. Aus einer Schenkungsurkunde von 838 geht hervor, dass das Rickenbacher Gotteshaus damals zu Ehren „Unserer Lieben Frau Maria“ geweiht wurde.
In den Jahren 1445, 1636 und 1712 fiel das Dorf Rickenbach samt Kirche Grossbränden und Plünderungen zum Opfer. Im 17. und 18. Jahrhundert erlebte Rickenbach internationale Truppendurchmärsche (Spanier, Österreicher, Franzosen und Russen) und diente Hauptleuten als Quartier.

Entwicklung der Einwohner- und Schülerzahl 

Um 1422 umfasste die Ortschaft ca. 58, um 1837 rund 71 und um 1910 133 Haushaltungen. In den Jahren nach 1955 erlebte Rickenbach die grösste Entwicklung seit der ersten geschichtlichen Erwähnung im Jahre 754. So verdreifachte sich die Einwohnerzahl seit Ende des 2. Weltkrieges von 900 auf 2700 Einwohner, wobei der Bau der Autobahn wesentlich zur rasanten Entwicklung der Bevölkerung beigetragen hat. Um der steigenden Schülerzahl Herr zu werden, wurden innerhalb eines halben Jahrhunderts 3 Schulhäuser gebaut.

Industrie und Gastronomie – früher und heute

Über Jahrzehnte waren die Mühlen Rickenbach, die Möbelfabrik Klingler sowie die Weberei Jean Kraut jene Unternehmen, welche in Rickenbach die grössten Arbeitgeber. Bereits im Jahre 1403 wurde im Steuerbuch der Stadt Wil ein Müller von Rickenbach genannt; naheliegenderweise muss es sich dabei um den damaligen Besitzer der Mühle Rickenbach gehandelt haben. Heute ist aus dem Bauern- und Industriedorf eine Gemeinde mit einer Vielzahl von Dienstleistungsbetrieben und einem grossen Einkaufszentrum geworden, wo rund 1’000 Personen ihren Arbeitsplatz finden.
Bis zum 2. Weltkrieg gab es in Rickenbach rund dreizehn Wirtschaften. Heute sind es noch sieben, die um die Gunst der Geniesser und Nachtschwärmer buhlen.


Bauernhöfe – von 29 auf 1 geschrumpft

Bis zum Ende des 2. Weltkrieges zählte Rickenbach rund 29 Bauernbetriebe. Die meisten waren Kleinstbetriebe. Heute wird nur noch ein Betrieb als Haupterwerb geführt.


Das Rickenbacher Wappen

Rickenbach stand seit dem 8. Jahrhundert in enger Beziehung zur Abtei St. Gallen, worauf die Farben gelb-schwarz zurückzuführen sind. Das Wappen stellt die im Jahre 1794 gebaute Holzbrücke über den Alpbach in Rickenbach dar.